4. Januar

Vulkan Rincón de la Vieja

Michael: Wir stehen um sechs Uhr auf und nehmen das sehr gute Frühstück Typico zu uns. Typico ist Reis mit Bohnen, Maisfladen, Obst und ein Ei. Dazu gibt es auch Toast und sehr leckere Brombeerenmarmelade. Die Früchte sollen in dieser Gegend sehr häufig wachsen. Wir machen uns auf zum nahegelegenen Eingang des Nationalparks und sind die dritten, die den Eingang passieren. Jeder Besucher wird registriert, muss angeben wohin er im Park möchte und bekommt eine laufende Nummer mit der man sich wieder abmelden muss. Wir haben uns inzwischen dagegen entschieden den Aufstieg auf den Vulkan in Angriff zu nehmen, da es uns zu anstrengend erscheint und wir, wenn wir den Gipfel nicht erreichen sollten, dann auch nichts von den anderen Attraktionen gesehen hätten. Stattdessen entscheiden wir uns für eine vier Stunden dauernde Strecke zu einem Wasserfall und den zwei Stunden dauernden Rundweg an verschiedenen vulkanischen Aktivitäten vorbei.

Steffi: Auf dem Weg zum Catarata La Cangreja zweigt zunächst ein kleiner Pfad zum steinigen Gebirgsbach ab. Von der Holztreppe die hinunterführt ist nicht mehr viel übrig und so rutscht es sich dann leichter auf dem schlammigen und steilen Trampelpfad neben der Treppe. Laut der Rangerin ist der Weg zum anderen Wasserfall Cataratas Escondidas im Moment zu rutschig um ihn zu begehen. Wie der wohl aussehen mag?

Michael: Der Weg zum Wasserfall ist spannend, wir kommen durch verschiedene Arten von Wald (Rincón de la Vieja ist bekannt für seine unterschiedlichen Vegetationszonen) und überqueren eine Ebene auf der wir fast weggeblasen werden. Der Weg ist einfach sechs Kilometer lang und die Zeitabschätzung der Rangerin von zwei Stunden kommt ziemlich genau hin. Da wir früh losgegangen sind haben wir den tollen Wasserfall gut eine halbe Stunde für uns alleine. Der Gegenverkehr auf dem Rückweg hat dann allerdings deutlich zugenommen. Der starke Wind schafft es auch einige Bäume umzureißen, die auf dem Rückweg plötzlich den Weg versperren.

Steffi: Der Wind ist so stark, dass das Vorwärtskommen auf der Ebene gleich doppelt so viel Energie kostet wie im geschützten Bereich und man sich über jeden kleinen Strauch freut, der die diese Kraft etwas mindert. Zu starkes Dagegenlehnen ist auch keine allzugute Idee, denn der Wind kommt in Böen und so fällt es schwer das Gleichgewicht zu halten.

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Michael: Wieder zurück am Parkeingang machen wir erstmal eine kleine Rast mit Obst und Keksen. Leider haben wir bisher noch in keinem Supermarkt so etwas wie eine Hartwurst oder ähnliches gesehen, was man als kleine Zwischenmahlzeit im Rucksack mitnehmen könnte. Gestärkt machen wir uns auf den kürzeren Rundweg, der von den meisten Besuchern begangen wird.

Steffi: Der Rundweg am Rincón de la Vieja durch schwefeldampfende und blubbernde Erdlöcher ist nicht ganz der einfache Spaziergang den wir erwartet haben, dafür gibt es aber richtig viel zu sehen und zu riechen. Nicht immer sind die dampfenden Bereiche abgesperrt, da schaut man lieber etwas besser hin, um sich nicht die Füße zu verbrennen.

Michael: Wir kommen an einem weiteren kleinen Wasserfall, einem dampfenden und heißen, aber trockenen Erdloch, verschiedenen heißen Wasser- und Schlammlöchern und einer kleinen Lagune vorbei. Die Temperaturen in den einzelnen Löchern betragen hier beeindruckende 75 bis 105 Grad Celcius. Teilweise müssen wir uns unseren Weg durch den Regenwald bahnen, da der Pfad auch hier vom Sturm sehr mitgenommen wurde und immer wieder Bäume und Gestrüpp den Weg versperren. Am Ende sind wir beide von der Sonne und dem langen Marsch, insgesamt waren es über 16 Kilometer, total erschöpft und froh, dass wir uns an der Rangerstation abmelden können und nur 10 Minuten fahren müssen, bis wir die Lodge erreicht haben. Nach dem Duschen stürzen wir uns mit Heißhunger auf das Abendessen.

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